Lehre

Das Digitale als Überlebensraum: Studierende zeigen Upperchasecase1

Meine Seminare adressieren zeitgenössische Dringlichkeiten der Digitalisierung und verknüpfen sie mit Theoriestandpunkten des postmarxistischen, postkolonialen, Xeno– Glitch-, Queer- und Transgender Feminismus, der Disability Studies sowie des Ökofeminismus. Über die Klassiker_innen der feministischen Science and Technologie Studies wie Donna Haraway und Karen Barad hinaus, beziehe ich auch weniger bekannte, aktuellste, teils konfligierende Beiträge zu Digitalisierung internationaler Autor_innen ein. Dazu gehören zum Beispiel Helen Hester, Legacy Russel, Olu Jenzen, Stefania Milan oder Kylie Jarrett. 

Mit dem Medienwissenschaftler Dr. Aljoscha Weskott konzipiere ich seit 2019 Teamteachning-Seminare zu Digitalisierung aus intersektionaler und medienökologischer Perspektive. Die Veranstaltungen basieren auf einem didaktisch und inhaltlich anspruchsvollem Lehrkonzept: Unsere gesamten Einreichungen waren erfolgreich. Wir konnten Lehrveranstaltungen an den Universitäten Wien, Klagenfurt, Flensburg und Marburg durchführen.

Als Lehrende performen Aljoscha Weskott und ich ein kritisches, unterhaltsames, mithin herausforderndes Gespräch: Zusammen mit den Studierenden und den neuen Technologien eröffnen wir einen Raum, in dem ein experimentelles Durchdenken von Digitalisierung, ihren neuen globalen Macht-, Kontroll- und Kapitalisierungsformen sowie Subjektivierungspotentialen stattfinden kann.

Ich lehre seit 2011 an verschiedensten Universitäten, in variierenden Studiengängen und zu diversen Themen. Während dieser Zeit habe ich kontinuierlich Fortbildungen in der professionellen Gestaltung von Lehrveranstaltungen belegt. Seit 2015 leite ich qualitative Forschungswerkstätten in der Public Health und der Sozialmedizin der Charité-Universitätsmedizin Berlin.

Einer digitalisierten Lehre stehe ich positiv gegenüber[1] – was bei Studierenden meist gut ankommt, verlaufen doch Lernprozesse heute mit digitalen Medien und nicht jenseits davon. Dennoch: das Einstudieren eines bloßen Gebrauchs digitaler Medien ist nicht Ziel meiner Seminare. Vielmehr lote ich fraktale Spannungsfelder aus wie die Frage, in welchem Verhältnis räuberische Plattformpolitiken[2] zu Bildungsvideos von Transgender Aktivist_innen[3] oder zur Viralen Blackness von #BlackLivesMatter[4] stehen.

 

 

Philipps-Universität Marburg | Institut für Medienwissenschaften | Institut für Gender Studies und feministische Zukunftsforschung

Sommersemester 2020

iCrip, Digitale Hausfrau oder Datenkolonialismus Intersektionale Perspektiven auf Digitalität

Neue eSthetiken der Existenz sind Seinsweisen im virtuellen Raum, die rassistische, heteronormative und ableistische Regime unterlaufen. In welchem Verhältnis stehen sie zum Datenkolonialismus? Zur räuberischen, massenhaften Aneignung von Daten durch die großen Plattformen in einem globalen Digitalkapitalismus? Und wem wird in den Koltanminen des globalen Südens in die Vagina geschossen (Federici 2019), für die Materialität unserer digitalen Medien? Solche Fragen stehen im Zentrum unseres Seminars. 

 

Europa Universität Flensburg | MA Transformationsstudien

Herbstsemester 2019

Digitalisierung aus medienökologischer und intersektionaler Perspektive

Medienökologie ist eine der momentan am intensivsten geführten Debatten in den philosophischen Kulturwissenschaften – unser Seminar präzisierte sie für das Thema Digitalisierung und befragte sie kritisch und intersektional auf ihre Leerstellen.

 

Alpen Adria Universität Klagenfurt | Universitätszentrum für Frauen- und Geschlechterstudien

Wintersemester 2019 | Wahlfachstudium Feministische Studien und Gender Studies

Kontroll- oder Überlebensmedien? Perspektiven aus Queer-Feminismus, Postmigrantischen und Disability Studien auf Digitalität und digitale Medien

Das Seminar behandelte aktuelle feministische Ansätze zum Thema Digitalität wie Glitch- und Xenofeminismus, des marxistischen, queeren und transgender Feminismus aber auch postmigrantische und Disability Studien einführend und skizzierte Überschneidungen wie Unvereinbarkeiten.

 

Universität Wien | Institut für Film- und Theaterwissenschaften

Sommersemester 2019 | MA Kurs

Medienökologien im Zeichen des Digital Turns: Postkoloniale, queer-feministische und Disability Studies-Perspektiven auf das Digitale

Technoökologien, Ökologien des Geschlechts, politische, postkinematografische, poetologische, posthumane, architekturale Ökologien, Ökologien der Literatur, der Infrastruktur, des Ökonomischen, des Wissens, der Gefühle, der Kunst – den Ausgangspunkt unseres Master-Seminars bildete der momentane Hype um Ökologien: Es band die in den letzten Jahren stark an Konturen gewinnende kulturwissenschaftliche Debatte um Medienökologien an aktuelle queer-feministische, postkoloniale und Disability Studies-Ansätze zu Digitalität und digitalen Medien rück.

SS 2020                mit A. Weskott. iCrip, Digitale Hausfrau oder Datenkolonialismus? Intersektionale Perspektiven auf Digitalität, Institut für Medienwissenschaft / Zentrum für Gender Studies und feministische Zukunftsforschung, Philipps-Universität Marburg

WS 2019                  mit A. Weskott. Kontroll- oder Überlebensmedien? Digitalität und digitale Medien aus intersektionaler Perspektive, Frauen- und Geschlechterstudien, Zentrum für Frauen- und Geschlechterforschung, Universität Klagenfurt

HS 2019               mit A. Weskott. Digitalisierung aus medienökologischer und intersektionaler Perspektive. Transformationsstudien, Universität Flensburg

SS 2019                    mit A. Weskott. Medienökologien im Zeichen des Digital Turns. Postkoloniale, Queer Feministische und Disability Studies Perspektiven auf das Digitale, Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaften, Universität Wien

WS 2016                  Wissenschaftstheorie am Beispiel Latours; Vorlesung und Seminar, Institut für Public Health, Charité‑Universitätsmedizin

SS 2015                    Grounded Theory nach der poststrukturalistischen Wende; Seminar, Zentrum für Frauen und Geschlechterforschung, Technische Universität Berlin

Seit 10/2014           Qualitative Forschungswerkstatt; Leitung, Organisation, Konzeption, Institut für Public Health und Institut für Sozialmedizin, Charité‑Universitätsmedizin

SS 2014                    Feministische Erkenntnistheorie; Seminar, Zentrum für Frauen und Geschlechterforschung, Technische Universität Berlin

WS 2013                  Materie, Materialität, Materialismus? Eine kritische Einführung in neumaterialistische Feminismen zu den Technowissenschaften; Seminar, Institut für Erziehungswissenschaften, Universität Innsbruck

WS 2009                  Normierung. Zur Rezeption des Norm(ierungs)begriffs in Ansätzen der Gender and Science, Queer und Disability Studies; Seminar, Gender Studies und Institut für Kulturwissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin

SS 2009                    Zwischen Analogien und Unvereinbarkeiten. Zum Verhältnis von Geschlecht, Heteronormativität und Behinderung oder: eine Kritik an der Intersektionalitätsdebatte; Seminar, Gender Studies und Institut für Kulturwissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin

WS 2008                  Mein Zellhaufen gehört mir! Die Merkantilisierung des geschlechtlichen Körpers; Seminar, Gender Studies, Humboldt-Universität zu Berlin

2006                                           Perspektiven von Menschen mit Behinderung auf neue Bio- und Reproduktionstechnologien. Kurse zur Kritischen Bioethik an Schulen mit Dr. Katrin Grüber, Leiterin des Institutes Mensch, Ethik und Wissenschaft

[1] Jürgen Handke. 2017. Handbuch Hochschullehre Digital. Leitfaden für eine moderne und mediengerechte Lehre. Baden- Baden: Tectum Verlag, 58–69.

[2] Nick Couldry/Ulises A. Medias. 2018. Data Colonialism: Rethinking Big Data’s Relation to the Contemporary Subject. Television & New Media 00(0). 1-14.

[3] Jenzen, Olu. 2017.
Trans Youth and Social Media: Moving Between Counterpublics and the Wider Web. A Journal of Feminist Geography 24(11), 1626–1641

[4] Wade, Ashleigh Greene. 2017. “New Genres of Being Human”: World Making through Viral Blackness, The Black Scholar, 47(3), 33-44.